In der nun beginnenden Zeit des Bundestagswahlkampfes richten sich die Augen natürlich auf die Zukunft: Wie können wir sie gestalten? Welche Schwerpunkte sind für unsere Region, für unser Land wichtig? Es ist aber auch der Moment, in dem man sich vergewissern sollte, in welcher Tradition man steht. Und zu diesen Traditionen gehören auch meine Vorgänger in der Kandidatur. Ich trete nun als SPD-Bundestagskandidat für den Stimmkreis Starnberg-Landsberg an. Es sind die Wahlen zum 19. Bundestag. Bei den bisherigen 18 Wahlen sind neun verschiedene Kandidaten für die SPD angetreten, von denen es drei für insgesamt neun Legislaturperioden in den Bundestag geschafft haben. Da im Laufe der Jahrzehnte der Zuschnitt der Bundestagswahlkreise immer wieder geändert worden ist, habe ich mich auf die Kandidaten beschränkt, in deren Wahlkreis mein Landkreis Starnberg gelegen ist.

Den Anfang machte bei der ersten Bundestagswahl am 14. August 1949 Andreas Piehler aus München. Kanzlerkandidat war damals Kurt Schumacher. In den Bundestag schaffte es Piehler nicht. Bei der nächsten Wahl 1953 trat der Landtagsabgeordnete und frühere Wolfratshausener Landrat Willy Thieme an und zog über die Liste tatsächlich in den Bundestag ein. Er war der erste sozialdemokratische Vertreter der Starnberger Bevölkerung im Parlament der neuen Bundesrepublik. 1957 kandidierte er erneut, diesmal aber erfolglos. 

Es folgten erfolglose Kandidaturen 1961 und 1965 des Ammerländers Georg Kahn-Ackermann. Auch bei der Wahl 1969 reichte es nicht für den direkten Einzug, aber im Laufe der Legislatur rückte er in den Bundestag nach. 1972 schaffte er es dann im ersten Anlauf über die Liste. 1976 kandidierte der aus dem Landkreis Miesbach stammende Thomas Ellwein. Erst bei der Bundestagswahl am 5. Oktober 1980 trat erstmals ein Kandidat an, der im Landkreis Starnberg wohnhaft war: der Starnberger Manfred Gutsch, dessen Listenplatz 42 aber nicht für den Bundestag reichte. Bei der durch das konstruktive Misstrauensvotum von Kanzler Helmut Kohl provozierten vorgezogenen Bundestagswahl 1983 trat für den Starnberger Wahlkreis der Miesbacher SPD-Unterbezirksvorsitzende Paul Fertl an. Ihm folgte 1987 mit Dagmar Scholz aus Gauting zum ersten – und bisher einzigen Male –  eine Frau als Kandidatin. 1990 kandidierte der Kocheler Klaus Barthel zum ersten Mal. Diesmal noch erfolglos. Bei den sechs folgenden Bundestagswahlen zwischen 1994 und 2013 konnte er aber jeweils über die Liste in den Bundestag einziehen. Da er zur Wahl 2017 nicht mehr antritt, war er dann insgesamt 23 Jahre im Parlament. Absoluter Rekord!

Fasst man es zusammen: Von 1949 bis 2017 gab es acht sozialdemokratische Kandidaten, darunter nur zwei aus dem Landkreis Starnberg – und nur eine Frau. In neun der 18 Legislaturperioden war unser Kandidat im Parlament vertreten.

Ich bin nun der neunte Kandidat und der dritte aus meinem Landkreis.

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