Manchmal sollte man zweimal schlafen, bevor man sich nach einem solchen Wahlabend äußert…

Der Dank gilt zunächst allen, die mir ihre Stimme gegeben haben, die mich im Wahlkampf mit vollem Einsatz unterstützt haben und die mir in all den Monaten Zuspruch gegeben haben. Vielen Dank Euch allen!

Auch wenn die Zweitstimmen nur etwa zur Hälfte ausgezählt sind, ist klar, dass ich wohl nicht in den Bayerischen Landtag einziehen werde. Angesichts der Umfragen der vergangenen Monate war das vorherzusehen.

Dass sich mein eigener intensiver Wahlkampf in meinem Ergebnis und in dem vieler anderer Genossinnen und Genossen nicht widerspiegelt, muss hinterfragt werden. Warum haben wir alle es nicht geschafft, den Bürgerinnen und Bürgern zu erklären, warum es eigentlich eine sozialdemokratische Partei braucht? Warum konnten wir so wenigen Menschen Hoffnung geben, dass gerade die SPD ihr Leben besser macht? Warum fehlt uns seit vielen Jahren die Vision einer sozialdemokratischen Politik und einer sozialdemokratischen Welt?

Mir geht es absolut gegen den Strich, vor einer vernünftigen Analyse die Schuld da oder dort zu suchen. Wenn die SPD eines aus der Vergangenheit lernen sollte, dann, dass voreilige Schlüsse, Rücktrittsforderungen, ein voreiliges Beharren auf eigenen Posten und gegenseitige Schuldzuweisungen nichts, aber auch gar nichts bringen.

Die Verantwortung liegt auf allen Ebenen: Bei einer Bundespartei, die in der Großen Koalition mehr und mehr den Kompass verliert. Bei einer Landespartei, die eine fragwürdige Kampagne ohne inhaltliche Zuspitzung gefahren hat. Bei Unterbezirken und Ortsvereinen, die seit Jahren Probleme damit haben, sich aufzuraffen und mit vollem Einsatz für diese Partei zu kämpfen. Und bei Landtagskandidatinnen und -kandidaten, die offensichtlich viele dieser Entwicklungen nicht beeinflussen konnten und vor Ort nicht den gewünschten Gegentrend hinbekommen haben.

All diese Ursachen für das Wahlergebnis gehören analysiert. Bestandsaufnahme, Diskussion, Abwägung, Ergebnis, Entscheidung. In dieser Reihenfolge sollte die SPD vorgehen.

Wer jetzt bereits Einzelnen der oben Genannten die Hauptschuld zuweist und Entscheidungen trifft oder treffen will, hat nichts verstanden. Wir können dieses Spielchen gerne weiter betreiben, nur dürfen wir uns dann nicht wundern, wenn wir weiter einen langsamen Tod sterben.

Für mich ist klar: Ich werde weiterhin Politik machen. Auf welche Art und Weise, will ich bewusst offen lassen. Es gibt viele Möglichkeiten. Eines ist mir aber klar: Wenn diese Partei aus ihren Fehlern nicht lernt, dann wird es sie nicht mehr lange geben.

P.s.: Schwer enttäuscht bin ich von Heckenschützen wie dem Münchner Ex-Oberbürgermeister, der sich nicht zu schade ist, Wahlkampf für politische Konkurrenten zu machen, vor der Schließung der Wahllokale aber schon die Schuldigen für das Wahlergebnis öffentlich benennt. So groß die Verdienste dieses Mannes waren, so traurig ist es zu sehen, wie verbittert er auf seine alten Tage wird. Er hat es eigentlich nicht nötig, sich für solche Dinge herzugeben.

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