Hier ein Bericht von Daniel Büttrich zum Neujahrsempfang der Gilchinger SPD mit dem Vorsitzenden der BayernSPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher:

Christian Winklmeier, Ortsvereinsvorsitzender der SPD Gilching und Landtagswahlkandidat im Stimmkreis Landsberg am Lech / Fürstenfeldbruck West, machte mit der Begrüßung der Gäste die Ouvertüre zu einem spannenden und unterhaltsamen politischen Abend. Dabei lobte er die „sachliche und intensive Debatte“ auf dem Bundesparteitag in Bonn, der sich für die Aufnahme von Verhandlungen zu einer Großen Koalition ausgesprochen hat. Winklmeier trat für eine lebhafte und diverse Debattenkultur in seiner Partei ein. Im gleichen Atemzug bekräftigte er seine Ablehnung weiterer Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU und untermauerte seine Haltung argumentativ. Ihm fehlt in den Sondierungen insbesondere der geschärfte Blick auf die großen Zukunftsthemen Rente, Pflege, Arbeitsmarkt/Digitalisierung und Energiewende.

Bevor Markus Rinderspacher ans Rednerpult trat, sprachen Sissi Fuchsenberger als Kandidatin für den Bezirkstag, Bürgermeister Manfred Walter sowie der stellvertretende Landrat und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Tim Weidner. Während der bald 10 Jahre amtierende Bürgermeister Manfred Walter in seine launige Rede humoristische Elemente einbaute („Die unterste Ebene begrüßt sie!“) und die Gemeinden als „Keimzelle der Demokratie“ bezeichnete, ging der stellvertretende Landrat Tim Weidner vor allem auf die in 2017 deutlich verbesserte Haushaltslage im Landkreis ein, ein Umstand, der laut Weidner insbesondere Entlastungen durch den Bund zu verdanken sei. Weidner äußerte den Wunsch, dass die SPD im Bund in der Regierungsverantwortung bleibt. Die stellvertretende Kreisvorsitzende Sissi Fuchsenberger bezeichnete den Bundesparteitag als „Sternstunde der Parteiendemokratie“ und lobte das „hervorragende“Führungspersonal der SPD, in dem Frauen sehr gut repräsentiert sind. Sie sei stolz auf das Engagement der Jusos. „Um die Zukunft ist mir nicht bange.“ Schließlich akzentuierte sie ihre Schwerpunkte für die Bezirkstagswahl und stellte klar: „Wir müssen Geld in die Hände nehmen!“ Für gute Bildung, für Pflege, für ausreichend Lehrkräfte, für Brauchtum und Kulturschaffende.

Übergabe der Parteibücher an drei Neumitglieder

 

„Demokratie im Spiegel des Jubiläumsjahres“

 

Markus Rinderspacher, der Hauptredner des Abends, begann die spannende Geschichtsstunde mit dem 08.11.1918 und der Forderung, dieses für die jüngere bayerische Historie bedeutende Datum als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag einzuführen. „Bayern ist fortan ein Freistaat“, mit diesen Worten hatte Kurt Eisner am 08.11.1918 den Freistaat Bayern proklamiert. Markus Rinderspacher spannte einen Bogen von der Geburtsstunde der bayerischen Demokratie in die Gegenwart und erinnerte an die sozialdemokratischen „Helden von damals“, die sich für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt und sich kämpferisch gegen Autoritarismus und Nazi-Regime gewehrt haben. Angesichts von vielen vergessener Namen wie Erhard Auer, Johannes Timm, Michael Poeschke oder Wilhelm Hoegner fragte Rinderspacher, warum die Gründungsväter und – mütter des Bayerischen Freistaats im Vergleich zu den früheren bayerischen Monarchen und Adligen so stiefmütterlich behandelt werden. Er erinnerte an andere Länder wie Frankreich, das am 14. Juli seinen Nationalfeiertag im Gedenken an den „Sturm auf die Bastille“ mit selbstbewussten republikanischen Bewusstsein begeht.

 

Werbung für Demokratie

 

Mit Blick auf Gegenwart und Vergangenheit stellte Rinderspacher fest, dass Freiheitsbewegungen immer Gegenbewegungen hervorrufen. Stark gewordenen nationalistischen Strömungen in Europa und Amerika sollte in den Worten Willy Brandts mit „mehr Demokratie“ begegnet werden. Er betonte wie wichtig es sei im ständigen Dialog nicht nur mit Parteikollegen sondern auch mit der Bevölkerung zu stehen.

Die Fähigkeit zu Kompromissen sieht Markus Rinderspacher als ein wichtiges demokratisches Gut an. Zum Abschluss seines Vortrags sprach er sich klar für Koalitionsverhandlungen aus, durch die die guten Ergebnisse der Sondierungen noch verbessert werden könnten. Der Landtagsabgeordnete wünscht sich eine deutlichere und sichtbarere sozialdemokratische Handschrift als in den vergangenen 4 Jahren der Großen Koalition. Um eine stolze linke Volkspartei zu bleiben, müsse man sich seiner Verantwortung stellen und seiner Verpflichtung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern gerecht werden.

Die über 70 Zuhörer im Gilchinger Rathaus konnte Markus Rinderspacher hörbar überzeugen.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte sich Christiane Kern kurz vor, die als frisch gebackene Landtagswahlkandidatin für den Stimmkreis Starnberg ihren 1. Auftritt in Gilching hatte. Christiane Kern ist Münchner Kriminalpolizistin und Personalrätin beim Bayerischen Innenministerium. Die sympathische Münchnerin präsentierte die drei Eckpfeiler ihres bevorstehenden Wahlkampfs: Sicherheit, bezahlbarer Wohnraum und Ausbau des ÖPNV.

 

Daniel Büttrich,

Vorstandsmitglied SPD Gilching

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