Äußerst kurzfristig hat die Regierung von Oberbayern bekanntgegeben, dass die seit Sommer errichteten Container an der Landsberger Straße noch in diesem Jahr von Asylbewerbern bezogen werden sollen. Zu diesem Zwecke wurde ebenfalls nur mit wenigen Tagen Vorlauf ein Tag der offenen Tür organisiert, um den Gilchingern die Wohnverhältnisse der neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu zeigen. Dieser fand gestern statt und wurde von vielen Interessierten genutzt.

Meine Meinung zu dieser Unterkunft ist zwigespalten: Auf der einen Seite denke ich, dass die Wohnverhältnisse den Umständen entsprechend angemessen sind. Ja, mit sechs Leuten in einer Parzelle (zwei Schlafzimmer á drei Betten, eine Küche, ein Bad) länger zu leben, ist kein Zuckerschlecken. Auch der Umstand, dass 144 Flüchtlinge viel Zeit auf relativ kleinem Raum verbringen müssen, ist alles andere als integrationsfördernd. Dennoch sind solche Unterkünfte um ein Vielfaches besser als die Belegung von Turnhallen oder das Leben in Zelten. Deshalb bin ich froh, dass diese Unterkunft endlich fertiggestellt wurde und nun bald belegt wird.

Aus politischer Sicht ist meine Meinung ebenfalls zweigeteilt. Zum Einen bin ich immer noch maßlos enttäuscht und wütend, dass der Freistaat Bayern sich über Monate hinweg geweigert hat, diesen zentralen Standort zu nutzen und damit der Integration der Flüchtlinge eine größere Chance zu geben. Mit einem nicht veröffentlichten Gutachten und fadenscheinigen Begründungen wurde versucht, die Flüchtlinge am Ortsrand (weit weg vom Ortskern) unterzubringen und den zentralen Standort als unmöglich darzustellen. Erst auf meinen Antrag hin und einer hauchdünnen Mehrheit dafür im Gilchinger Gemeinderat (hauptsächlich gegen die Stimmen der CSU) konnte sich der Gilchinger Gemeinderat gegen den Freistaat und das CSU-geführte Landratsamt durchsetzen. Wer mehr zu den Hintergründen erfahren will, hier entlang: http://spd-gilching.de/freistaat-baut-doch-auf-grundstueck-der-landsberger-strasse-antrag-von-winklmeier-erfolgreich/

Auch sollte sich die Regierung von Oberbayern einmal Gedanken machen, wie deprimierend es für viele Gemeinderäte und vor allem Ehrenamtliche vor Ort ist, wenn man nicht weiß, wann die Unterkunft belegt wird, wann ein Tag der offenen Tür stattfindet und welche Flüchtlinge kommen. Seit Monaten das gleiche Theater, das leider vielen Ehrenamtlichen aufstößt. Ein paar Gedanken zu diesem Aspekt gibt es hier: http://christian-winklmeier.de/tag-des-ehrenamts/

Ich bin froh, dass sich der lange Kampf nun endlich gelohnt hat, die Meinung des Gilchinger Gemeinderats sich letztlich durchgesetzt hat und vor allem, dass die nun zu uns stoßenden Flüchtlinge eine deutlich bessere Aussicht auf Integration in unsere Gesellschaft erhalten. Herzlich Willkommen, liebe (Neu)Mitbürgerinnen und -Mitbürger!

 

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