Heute vor dreißig Jahren ist der erste Internationale Tag des Ehrenamts gefeiert worden. An diesem Tag gilt es daran zu erinnern, dass unsere freie Gesellschaft nur dann funktionieren kann, wenn viele Bürgerinnen und Bürger ein Ehrenamt wahrnehmen.

Eine Gesellschaft, die sich immer weiter ins Private, ins Häusliche und ins Individuelle zurückzieht, kann auf Dauer nicht funktionieren. Unser Zusammenleben ist abhängig davon, dass es in der Jugendarbeit, in der Pflege, in der Flüchtlingsbetreuung, in der Umweltbewegung oder in den vielen weiteren sozialen Bereichen Engagierte gibt, die ihr Herzblut und ihre Zeit dafür investieren, dass Tätigkeiten übernommen werden, für die der Staat oft keine Mittel hat oder die schlicht nicht vom Staat übernommen werden können.

Heute muss DANKE gesagt werden all denen, die sich bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Sportverein, in der Hausaufgabenbetreuung oder in anderen Bereichen eingagieren!

Und doch muss an einem solchen Tag auch klar gesagt werden, dass der Staat sich nicht darauf ausruhen darf, dass viele Tätigkeiten an Ehrenamtliche ausgelagert werden. Er muss selbst in Soziale Arbeit investieren und vor allem die Arbeit der Ehrenamtlichen anerkennen.

Erinnert werden darf an den Umgang mit dem Zuzug vieler Flüchtlinge. Es ist verständlich, dass der Staat in der Phase der immensen Zuwanderung im vergangenen Jahr nicht alleine dafür sorgen konnte, dass den Geflüchteten geholfen wird. Auch ist klar, dass die Integration nur mit einer immensen Unterstützung vieler Freiwilliger möglich ist. Aber: Der Staat hat immer noch viel zu wenig Stellen in der Betreuung der Flüchtlinge geschaffen und damit eine Integration erschwert. Jeder Euro, der jetzt in eine bessere Integration investiert wird, zahlt sich in einigen Jahren um ein Vielfaches aus, wenn dadurch die Flüchtlinge schnell die deutsche Sprache erlernen, Berufsausbildungen abschließen und damit gut in der Gesellschaft ankommen können.

Meine Erfahrungen vor Ort zeigen zudem, dass die miserable Kommunikationpolitik der bayerischen Staatsregierung und konkret der Regierung von Oberbayern dafür sorgt, dass viele Ehrenamtliche die Lust verlieren, sich langfristig einzubringen. Es kann nicht sein, dass die Regierung von Oberbayern nur äußerst selten Zusagen einhält und die Kommunen nicht rechtzeitig über die Unterbringung von Flüchtlingen informiert. Damit wird nicht nur eine Menge Geld verbraten (Stichwort Traglufthalle in Gilching), sondern auch eine Menge ehrenamtliches Engagement herabgewürdgt.

Jedem, der kein Ehrenamt ausübt, sei gesagt: Wer sich ehrenamtlich einbringt, der tut nicht nur Gutes für Andere, sondern profitiert auch selbst sehr davon!

Ich selbst will meine Erfahrungen als Jugendleiter beim TSV Gilching-Argelsried nicht missen und freue mich, dass ich diese nun auch einigen jüngeren Trainern weitergeben darf, die ich selbst noch als Spieler betreuen durfte.

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