Die Vorsitzende der bayerischen SPD und designierte Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Natascha Kohnen, hat heute in einer aktuellen Stunde im bayerischen Landtag zum Thema „Wohnungsbau in Bayern“ verdeutlicht, dass gerade in den Ballungsräumen bezahlbare Wohnungen fehlen und der Freistaat eine große Bedeutung bei der Schaffung bezahlbarerer Wohnungen hat.

Auch in den Landkreisen Landsberg, Fürstenfeldbruck und Starnberg sind die Mietpreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen und das Angebot an kleinen und bezahlbaren Wohnungen rapide gesunken. Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW Köln) hat im vergangenen Jahr herausgefunden, dass gerade der Bedarf an kleinen Wohnungen in der Region nur untererfüllt wird. So wird der Bedarf an Zweizimmerwohnungen im Landkreis Starnberg nur zu 37 Prozent (3-Zimmer-Wohnungen: 41 Prozent), im Landkreis Fürstenfeldbruck zu 68 Prozent (3-Zi-W: 43 Prozent) und im Landkreis Landsberg zu 56 Prozent (3-Zi-W: 61 Prozent) gedeckt.

Da private Bauträger oftmals nur Doppelhaushälften oder größere Wohnungen errichten, steht der Freistaat in der Pflicht, für Geringverdiener (z.B. Pflegekräfte), Senioren oder Alleinerziehende entsprechenden Wohnraum bereitzustellen.

Der designierte Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, in einem Sofortprogramm etwa 4000 geförderte Wohnungen in den kommenden Jahren errichten zu wollen. Auch hat er sich dafür ausgesprochen, dass auf staatlichem Grund (Immobilien Freistaat Bayern) entsprechender Wohnungsbau erfolgen soll.

Da Herr Söder bisher nur als Verkäufer von Sozialwohnungen (32.000 GBW-Wohnungen im Jahr 2013) aufgefallen ist, wäre diese Trendwende zu begrüßen, gleichwohl die 4000 Wohnungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Bei etwa 2000 Kommunen in Bayern wären das 2 Wohnungen pro Kommune. Das ist deutlich zu wenig. Der Freistaat muss deutlich mehr Wohnungen bauen. Die SPD fordert eine Bauoffensive in der Größenordnung von 25.000 Wohnungen in fünf Jahren.
Da die Kommunen oftmals selbst geförderten Wohnungsbau betreiben wollen, sollte der Freistaat zudem einige seiner Grundstücke den Kommunen für solche Projekte zur
27.02.2018

Verfügung stellen. Die Kommunen im Münchner Speckgürtel besitzen oftmals nur noch wenige Grundstücke und müssen diese zumeist für den Bau von Kindergärten oder andere soziale Einrichtungen freihalten. Da es sich viele Kommunen auf Grund gestiegener Aufgaben und immens gestiegener Grundstückspreise nicht leisten können, Grundstücke von privaten Eigentümern abzukaufen (oder die Eigentümer keine Grundstücke verkaufen wollen), müssen die zentralen freistaatlichen Grundstücke genutzt werden.

Als Gilchinger Gemeinderat werde ich bei der nächsten Gemeinderatssitzung (20.3.18) den Antrag stellen, dass das freistaatliche Grundstück an der Landsberger Straße (bisheriger Standort der Straßenmeisterei) für geförderten Wohnungsbau zur Verfügung gestellt wird. Dabei soll die Gilchinger Verwaltung Gespräche mit dem Freistaat darüber führen, ob der Freistaat dort selbst geförderte Wohnungen baut oder die Gemeinde Gilching das gesamte Grundstück oder Teile davon übertragen bekommt, um in Eigenregie, mit dem Verband Wohnen oder einer Genossenschaft geförderte Wohnungen zu errichten. Ich hoffe, dass die bayerische Staatsregierung ihren Worten Taten folgen lässt!

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